LERNET-Roadshow in Hannover: E-Learning-Konzepte brauchen Zeit

Am 10. September haben wir mit Hannover die 10. Station unserer E-Learning-Roadshow angefahren. Gemeinsam mit dem begin, E-Business Beratungszentrum der IHK Hannover und Kompetenzzentrum im Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr und dem Verband eLearning Business Norddeutschland (VEBN e.V.) haben wir rund 25 Interessenten einen Überblick über das Thema E-Learning und die große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten vermittelt. Einige Eindrücke aus der Veranstaltung möchte ich nachfolgend kurz wiedergeben. Alle Vorträge finden Sie im Blog zum Nachlesen oder Download.

Nach meiner kurzen Einführung unter dem Motto „E-Learning- was heute geht“ zeigte Tim Krischak aus unserem LERNET-Team, wie man Web 2.0 Tools für Lern- und Wissensprozesse einsetzen kann. So eignen sich Weblogs beispielsweise für das persönliche Wissensmanagement oder – wie in unserem Projekt – für die Projektkommunikation.

Im Projektblog wird eine gemeinsame Wissensbasis aufgebaut. Jeder Projektmitarbeiter trägt dort ein was er erledigt hat, aber auch auftretende Probleme. Lösungswege für diskutierte Probleme werden so ebenfalls dokumentiert. Auf Emails kann in der Projektarbeit weitgehend verzichtet werden. Am Projektende steht mit dem Blog auch das Gerüst für die Projektdokumentation.

Birgit Wittenberg vom Kompetenzzentrum eLearning Niedersachsen aus Hannover komplettierte den ersten Teil der Veranstaltung und

gab einen Einblick in die E-Learning-Nutzung in der niedersächsischen Landesverwaltung. Bei dem sehr spezifischen Content in der Verwaltung geht es meist darum, einfache technische Lösungen eigenständig umzusetzen. So hat man gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Powerpoint gemacht. Verwerflich fand das niemand – solange die angestrebten Ziele in der Mitarbeiterschulung und –information erreicht wurden. Generell verwies Wittenberg darauf, dass bei der Erstellung von CBTs und WBTs weniger die Technik als vielmehr die Abstimmung der Inhalte und die Entwicklung eines didaktischen Konzeptes die eigentlichen „Zeitfresser“ sind. Eine Erfahrung, die viele Unternehmen sicherlich gut nachvollziehen können.

Im Praxisteil jeder Roadshow-Veranstaltung kommen E-Learning-Anbieter und –Anwender zu Wort, die ihre Lösungen und Erfahrungen vorstellen.

Den Anfang machte in Hannover Dr. Uwe Katzky von der szenaris GmbH aus Bremen. Er stellte ein E-Learning-Modul vor, das als Teil eines Blended Learning Konzepts Prozesse im Change Management unterstützt. Startet man das WBT wird man aufgefordert, die Funktionen der linken mit der rechten Maustaste zu tauschen. Das ist gewöhnungsbedürftig und zeigt recht anschaulich, dass Veränderungen immer auch bedeutet, gewohnte Abläufe zu verlassen. Eine Demoversion des Moduls (1. Kapitel) gibt es auf der Website von szenaris zu finden. Deutlich machte Herr Katzky, dass „E-Learning stand alone nicht funktioniert“. Tutoren, die die Lerner unterstützen, sind wesentlich für den Erfolg eines Blended Learning Ansatzes.

Das Lernen im virtuellen Seminarraum war Thema von Dirk Sundermeier, IHK Hannover, und Philipp Hübner vom Anbieter lernsysteme.net. Die IHK Hannover setzt schon seit geraumer Zeit auf E-Learning. Gerade in der Prüfungsvorbereitung wird das Angebot sehr gut angenommen. Eingesetzt werden online Audiokonferenzen (auch zum Nachhören und -bearbeiten) und Webinare. Das gesamte Angebot findet man auf den IHK-eigenen Seiten zum E-Learning. Eine ehemalige Teilnehmerin der IHK-Angebote war in der Veranstaltung zugegen und schilderte ihre Erfahrungswerte im Webinar. Ihr hat diese Lernform derart zugesagt, dass sie nun selbst als Trainerin Webinare einsetzt.

„E-Learning einfach selbst erstellen“ hieß der Vortrag von Hans Gieringer und Onno Reiners von der Firma bit media GmbH, einem E-Learning-Komplettanbieter aus Schwarmstedt. Im Mittelpunkt stand ein E-Learning-Modul zur IT-Sicherheit für einen Landesbetrieb in Niedersachsen. Anhand des Lernmoduls demonstrierte Onno Reiners, wie unkompliziert man mit einem Autorentool Inhalte verändern und bearbeiten kann.

Aus Sicht des E-Learning-Experten lohnt sich die Eigenproduktion von Lernmodulen wenn

  • Inhalte häufig verändert werden müssen,
  • das didaktische Konzept unverändert bleibt,
  • die Interaktivität der Anwendung eher gering ist,
  • nur ein geringes Budget für die Entwicklung zur Verfügung steht,
  • Lernmaterial und Expertenwissen im Unternehmen vorhanden ist.

Antwort auf die Frage, ob E-Learning einfach selbst zu erstellen ist: es kommt drauf an!

Weitere Fotos von der Veranstaltung:

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