Nächste Woche gastiert die E-Learning Roadshow in Hannover. Vorab haben wir auch diesmal einem der beteiligten Experten vier Fragen zur Einführung von E-Learning vorgelegt. Zu Wort kommt Onno Reiners, Senior Consultant bei bit media. Die Firma bietet ihren Kunden ein komplettes E-Learning-Portfolio vom Autorenwerkzeug bis zum Lernmanagementsystem. Unter dem Titel „E-Learning einfach selbst erstellen“ wird Onno Reiners gemeinsam mit Hans Gieringer, Geschäftsführung Deutschland, auf der Veranstaltung in Hannover ein Projekt aus einer öffentlichen Verwaltung präsentieren.
Nachfolgend seine Antworten auf unsere Fragen:
Bitte geben Sie einem Bildungsverantwortlichen in einem KMU doch einmal drei gute Ratschläge, wie die Einführung von E-Learning in seinem Unternehmen gelingt.
1.Einen plausiblen und überzeugenden Anlass identifizieren, bei dem E-Learning nicht nur für den Kaufmann oder Controller, sondern es auch für die zukünftige Zielgruppe ausreichend Sinn macht, ausgetretene Bildungs-Pfade zu verlassen.
2. Eine oder mehrere Personen im Unternehmen als operative E-Learning-Treiber identifizieren, die sich für das Thema begeistern, eine breite Akzeptanz bei Kolleginnen und Kollegen genießen, E-Learning aber nicht als Heilslehre verkünden, sondern als sich natürlich anbietende Lösungskomponente für den unter 1. genannten Bildungs-Anlass einfließen lassen.
3. KMU besitzen flachere Hierarchien, Mitarbeiter und Führungskräfte sind sich näher als in Großunternehmen. Entsprechende Hebelwirkung hat das Verhalten von Führungskräften. Deshalb müssen diese eine durch E-Learning veränderte Lernkultur vorleben und sie aktiv unterstützen.
Und was muss er machen, damit die Einführung auf jeden Fall schief geht?
Alle Punkte oben unterlassen oder anders herum: sich nicht vom Lösungsbedarf, sondern allein von Technikfaszination oder ausschließlichen Sparfantasien leiten lassen.
Wie soll er Ihrer Meinung nach seine Mitarbeiter überzeugen, dass E-Learning für das Lernen im Unternehmen sinnvoll ist?
Es muss einen Anlass geben, bei dem auch für Mitarbeiter der Einsatz von E-Learning einen erfahrbaren Mehrwert (z.B. arbeitsplatz- bzw. problemnahes oder zeit- und ortsunabhängiges Lernen) erzeugt, um gewohnte Pfade zu verlassen. Dieser muss kommuniziert werden, aber Zielgruppen-angemessen. Da, wo kommunikative Feuerwerke nicht zur Firmenkultur gehören – und viele KMU sind da schon in ihren Mitteln begrenzt – wirkt ein internes “Bildungsmarketing-Feuerwerk” für E-Learning auf Mitarbeiter verdächtig. Schließlich darf bei der Überzeugung auch ein wenig Druck mit dabei sein, so haben in vielen Unternehmen verpflichtende Compliance-Trainings über E-Learning die interne Nachfrage nachhaltig gesteigert. Bei den nachrückenden Mitarbeitern aus den Digital-Native-Generationen wird sich die Frage nach der Überzeugung meiner Meinung nach so nicht mehr stellen, sondern nur noch nach der Machart von E-Learning.
Wie würden Sie E-Learning Ihrem (einem) Chef erklären?
Wenn das klassische Seminarwesen dem öffentlichen, getaktetem Personenverkehr entspricht, dann entspricht E-Learning dem Individualverkehr. Als E-Learner ist der Mitarbeiter unabhängig von “Seminar-Fahrplänen” und kann jederzeit je nach Lernbedarf vom Unternehmen in jede “Lernregion” geschickt werden, auch in solche, die zeitlich und thematisch gar nicht vom Öffentlichen Personenverkehr erschlossen werden. So wie Verkehrsplaner bei Verkehrsszenarien von einer intelligenten und energiesparenden Verzahnung von öffentlichem und Individual-Verkehr sprechen, so können Seminar und E-Learning zu Blended Learning verzahnt werden, als intelligente und kostensparende betriebliche Lernszenarien, die die “Beweglichkeit” und Reaktionsfähigkeit der Mitarbeiter und damit des Unternehmens am Markt erhöhen.



Ein Kommentar
RT: @lernet Einführung von eLearning in einem KMU: Kurzinterview mit Onno Reiners, bit media http://tinyurl.com/moorm4 #mittelstand
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