Osnabrück war am 4. Juni Station der E-Learning-Roadshow. Gemeinsam mit unserem Partner RECO (Regionalcentrum für Electronic Commerce Anwendungen Osnabrück) haben wir über innovative Qualifizierung im Mittelstand informiert. Nach einer kurzen Einführung in das Thema E-Learning mit Erläuterungen zu den wichtigsten Tools und Techniken, stand vor allem der Einsatz im betrieblichen Kontext im Blickpunkt. Die Frage, ob Betriebe von Anwendungsszenarien aus dem universitären Umfeld profitieren war eines der diskutierten Themen.
Prof. Dr. Oliver Vornberger, Universität Osnabrück, Institut für Informatik, und Tobias Thelen, Zentrum für Informationsmanagement und virtuelle Lehre (virtUOS), berichteten darüber, wie die universitäre Lehre durch elektronische Dienstleistungen unterstützt werden kann. Das Konzept von virtUOS als Serviceeinrichtung für Lehrende und Studierende lässt sich auch auf einen betrieblichen Kontext übertragen.
Gleiches gilt für konkrete Projekte, wie z.B. WindH online. Dieses Programm umfasst „E-Learning- und Blended-Learning-Bausteine, in denen Workshops mit einer Beratung und ergänzenden Coaching-Elementen verknüpft sind“. Genutzt wird es in der hochschuldidaktischen Qualifizierung. Ein Workshop-Thema ist z.B. Zeitmanagement. Interessant fand ich auch den Ansatz, in der Zusammenarbeit mit Schulen schon frühzeitig Formen von virtuellem Lernen und Arbeiten zu trainieren. Dazu gibt es eine sogenannte Wiki-Farm, mit Hilfe der Schulen einfach Wikis erstellen und nutzen können. So vorbereitet können die Schülerinnen und Schüler später an der Uni durchstarten – oder an ihrer Ausbildungsstelle.
Klaus H. Fehrlage. Leiter des Bereichs E-Learning bei der Firma Kommunikation & Wirtschaft GmbH aus Oldenburg und Vorstandsvorsitzender des VEBN, erläuterte, wie der Einstieg in E-Learning gestaltet werden sollte. Charakteristisch für mittelständische Unternehmen sei das Fehlen einer formalisierten Lernkultur und die starke Fokussierung auf das Tagesgeschäft. Anforderungen an Lernlösungen sind daher ein schnell erkennbarer Nutzen. Maßgeblich hänge der Erfolg davon ab, wie genau vorab eine Analyse des erforderlichen Bedarfes gemacht wurde. Danach wird entschieden, welche Lernlösung im konkreten Fall die geeignete ist. Das klingt eigentlich selbstverständlich, dennoch ist eine fehlende oder unzureichende Bedarfsanalyse nach Einschätzung von Fehrlage einer der häufigsten Gründe für das Scheitern von E-Learning Projekten. Die Umsetzung erfolgt anschließend in enger Abstimmung mit dem jeweiligen Auftraggeber. Standardlösungen kommen für die spezifischen Qualifizierungsbedarfe der Betriebe eher selten zum Einsatz. Erfolgreiche Beispiele aus der Praxis sind z.B. die Einführung eines Schulungsprogramm für SAP bei einem mittelständischen Unternehmen oder eines Personalinformationssystems in einer öffentlichen Verwaltung. 
Auch Roland Friedrich von der Firma benntec Systemtechnik GmbH aus Bremen betonte die Wichtigkeit einer fundierten Bedarfsanalyse. Sein Schwerpunkt war die Einsatzmöglichkeit von Simulationen in der Qualifizierung. So zeigte Herr Friedrich eine virtuelle Schulungsumgebung für Unternehmen im Wachschutz. Darin können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das korrekte Verhalten im Falle von unvorhergesehenen Ereignissen wie einer zerbrochenen Fensterscheibe oder einer aufgebrochenen Tür wirklichkeitsnah trainieren. Andere Anwendungsszenarien sind die Schulung an Fahrzeugen oder Maschinenanlagen. So wurde für die Bielefelder Verkehrsbetriebe das innerstädtische Schienennetz am PC nachgebaut. Angehende Fahrerinnen und Fahrer werden so unter realitätsnahen Bedingungen geschult, ihre Fahrgäste sicher ans Ziel zu bringen.
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