LERNET-Roadshow in Bonn: wie E-Learning unverhofft neue Geschäftsfelder eröffnet

Vor gut einer Woche waren wir mit der Roadshow zu Gast bei der IHK in Bonn. Partner war hier das KompEC Bonn/Rhein-Sieg, das Kompetenzzentrum des Netzwerks Elektronischer Geschäftsverkehr in der Region. Nachfolgend möchte ich einen kurzen Rückblick auf die Veranstaltung werfen. In Erinnerung ist mir besonders ein lohnenswerter Nebeneffekt von einem der Best Practice Beispiele geblieben.

Den Einführungspart übernahm diesmal Dr. Lutz Goertz vom MMB-Institut für Medien und Kompetenzforschung aus Essen, der souverän durch die verschiedenen Spielarten und Formen von E-Learning führte.

Michael Härtel (BIBB)Wettbewerbsfähige Facharbeit – Lernen im Prozess der Arbeit war das Thema von Michael Härtel vom Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn. Er stellte aufgrund der komplexer werdenden Arbeitsabläufe und -zusammenhänge in nahezu allen Bereichen eine zunehmende Arbeitsorientierung bei Aus- und Weiterbildung fest. Folglich sollte die „Qualifizierung (…) über weite Teile arbeitsplatzbegleitend erfolgen. Arbeitsplatzbegleitende Personalqualifizierung müsste sukzessive ausgebaut werden und in größerem Umfang als bisher permanent verfügbar sein.“ Grundvoraussetzung dafür ist ein lernförderlicher Arbeitsplatz und eine entsprechende Lernkultur. Diskutieren kann man diese und andere Themen auch in FORAUS, dem Forum für AusbilderInnen, das vom BIBB betrieben wird.

Stephan Langer (DIHK-Bonn)Den Trend zum arbeitsplatzorientierten Lernen unterstrich auch Stephan Langer, der beim DIHK für die IHK.Online-Akademie verantwortlich ist. Er stellte Beispiele aus dem Portfolio der Akademie vor, so das Online-Praxistraining für Filialleiter der Firma RENO. Dazu wurden früher jeweils 20 Personen in einem Laden für eine Woche zusammengezogen. Heute absolvieren 25-30 Personen ein Blended Learning mit 200 Std. davon zwei Tage Auftakt und zwei Tage Abschluss, inklusive IHK-Test. Die Lerneinheiten wurden als WBTs entwickelt. Etwa 40 % davon sind Reno-spezifisches Wissen und 60% kaufmännisches Wissen.
Begleitet wird das Lernen durch eine intensive tutorielle Unterstützung. Positive Effekte sind die stärkere Netzwerkbildung über den Lehrgang hinaus, die höhere Vergütung nach Abschluss und signifikante Umsatzsteigerungen, somit ein Imagegewinn für alle Partner.

ULRIKE MANGEL (BAYER VITAL)Bei der Bayer Vital GmbH ist E-Learning bereits fester Fortbildungsbestandteil, wie Ulrike Mangel berichtete. Umgesetzt wurde das E-Learning-Projekt gemeinsam mit der Qualitus GmbH aus Köln, vorgestellt von Dr. Norbert Bromberger. Basis für E-Learning bei Bayer Vital ist Ilias, ein Open Source Learningmanagementsystem. Die größten Lernbedarfe gibt es bei Bayer im Bereich der Produktschulungen. Hier lag ein Schwerpunkt bei der Entwicklung von Lernmodulen.
Neben einer Betriebsvereinbarung, die die Rahmenbedingungen für die neue Lernform schuf, wurde viel Wert auf die Gewinnung der Führungsebene und das interne Marketing für E-Learning gelegt. Mittlerweile laufen eine Vielzahl von Schulungen über E-Learning.
Der Erfolg des Projektes führte auch dazu, dass eine zusätzliche Stelle für E-Learning eingerichtet werden konnte. Zitat Ulrike Mangel:

„E-Learning wird von den Mitarbeitern zunehmend akzeptiert und ist eine sinnvolle Ergänzung der bestehenden Trainingsmaßnahmen und Fortbildungsangebote der Bayer Vital.

interaktive Lerneinheit der BEKO Technologie GmbHBei der Firma BEKO Technologies GmbH setzt man ebenfalls auf Ilias als Lernplattform. BEKO ist ein mittelständisches Unternehmen, das Komponenten und Systeme aus dem Bereich Druckluft anbietet, wie Sabine Görden erläuterte. Gemeinsam mit dem E-Learning-Anbieter marvin media GmbH aus Köln, vertreten durch Hans-Peter Wolf, ging BEKO das Thema E-Learning an. Entwickelt wurde ein Lernmodul zu den „Grundlagen der Drucklufttechnik“.
Mit weltweit 14 Niederlassungen bot E-Learning dem Unternehmen für die Schulung neuer Mitarbeiter viele Vorteile. Damit konnten Reisekosten und Abwesenheitszeit reduziert werden, die bislang fachlich inhomogenen Teilnehmergruppen spielten keine Rolle mehr und die Angebote standen just-in-time zur Verfügung.
Bisherige Präsenztrainings wurden dadurch deutlich reduziert und auch die finanzielle Rechnung ging trotz der Entwicklungskosten für das E-Learning auf.

Mehr noch: andere Anbieter aus der Branche wurden auf das Lernmodul aufmerksam. Mittlerweile liegen BEKO bereits Anfragen vor, das Modul für die eigene Belegschaft zu kaufen. E-Learning lohnt sich doch!

Weitere Fotos von der Veranstaltung:


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