LERNET-Roadshow in Frankfurt: ohne wirksames Projektmanagement kein erfolgreiches E-Learning!

Wie man E-Learning-Projekte in der Praxis erfolgreich umsetzt und die Optimierung von sogenannten Pflichtschulungen durch E-Learning waren die Best Practice Schwerpunkte unserer E-Learning Roadshow am 22. April in Frankfurt. Unser Partner, das BIEG Hessen, Kompetenzzentrum im Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr und die IHK Frankfurt sorgten für beste Rahmenbedingungen. Rund 45 Teilnehmer waren gekommen, um mit uns über das Thema E-Learning zu diskutieren.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit meiner Einführung in Formen und Spielarten von E-Learning.

Vom CBT über Blended Learning bis hin zum Lernen im Web 2.0 werden die wesentlichen Begriffe vorgestellt. Wichtig war mir dabei, eine einheitliche Informationsgrundlage zu schaffen und herauszustellen, dass es vor allem auf ein intelligentes Konzept bei der Integration von E-Learning in Qualifizierungsprozesse ankommt.

Dr. Christoph RensingDiese Vorlage griff Dr. Christoph Rensing vom Multimedia Communications Lab (KOM) der TU Darmstadt auf als er sich mit selbstgesteuertem Lernen im Prozess der Arbeit, vor allem aber mit den Herausforderungen und Potenzialen des Social Internets auseinander setzte. Er stellte die „typischen Dienste“ wie Wiki, Blog und Podcast vor und zeigte, wie man sie zum Wissenserwerb und Lernen nutzen kann. Herausforderungen liegen hier vor allem in der Selbststeuerung des Lernens. Beim sogenannten informellen Lernen, dem Lernen außerhalb formaler Strukturen, sind zusätzliche Kompetenzen wie besondere Medienkenntnisse, Recherchekenntnisse oder Lernstrategien erforderlich. Diese Form des Lernens gewinnt im Arbeitsleben zunehmend an Bedeutung.

Potenziale sieht Rensing u.a. in der „Nutzung vielfältiger Inhalte (User Generated Content)“ und im „Zugriff auf Erfahrungsträger und Experten weltweit auch außerhalb des Unternehmens“.

Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit zwei Best Practice Beispielen. Den Anfang machte Michael Schaub von der Ingenium GmbH aus Kassel. Er berichtete davon, wie durch E-Learning die jährlich anstehenden Arbeitssicherheitsunterweisungen in einem Unternehmen geschult wurden.

Mithilfe eines Autorenwerkzeuges wurde aus den bisher ausschließlich in Präsenz angebotenen Unterweisungen ein E-Learning-Modul erstellt. Das einsetzende Unternehmen wurde in die Lage versetzt, jährlich anstehende Änderungen der Schulungsinhalte selbst im Lernmodul vorzunehmen. Als absolviert gilt die E-Learning Einheit erst nach erfolgreichem Bestehen eines Abschlusstests. Damit ist gewährleistet, dass die gesetzlichen Auflagen der Sicherheitsunterweisungen erfüllt sind. Der Vorteil liegt auf der Hand: die Zahl der Präsenztage und damit der Abwesenheit vom Arbeitsplatz konnte deutlich reduziert werden. Zudem kann der Mitarbeiter in einem vorgegebenen Zeitraum lernen wie und wann es ihm beliebt. Die Akzeptanz für das Produkt hat darunter nicht gelitten.

Worauf es beim E-Learning-Projektmanagement ankommt war Thema von Sünne Eichler, Geschäftsführerin von WEBACAD aus Eschborn. WEBACAD ist ein selbständiger Geschäftsbereich von Management Circle und bietet E-Learning-Content und Consulting.

Frau Eichler stellte vier Phasen vor, die ein E-Learningprojekt in der Regel durchläuft:
1. Mit einem Startworkshop wird die Basis für Strategie und Konzept gelegt.
2. Konzeption umfasst Fragen nach Inhalt, Organisation, interner und externer Kommunikation sowie technische Fragen.
3. Die Realisierungsphase reicht dann vom Pilotprojekt bis zum weltweiten Rollout.
4. Bei der Weiterentwicklung stehen Punkte wie Evaluation, Anpassung von Inhalten oder weitere Marketingmaßnahmen im Blickpunkt.

Larissa LehmkuhlAnhand dieses Modells wurde bei der LHS Telekommunikation GmbH & Co. KG aus Frankfurt ein E-Learning-Projekt umgesetzt, wie Larissa Lehmkuhl, Director Training & Education bei LHS schilderte. Ziel war es, das notwendige Produktwissen jeweils zeitnah bei Mitarbeitern und Kunden an den weltweit verteilten Standorten aufzubauen.

Heraus kam ein qualitativ hochwertiges englischsprachiges E-Learning als Überblicksschulung zum neuesten LHS Produkt. Die Akzeptanz bei den Nutzern war hoch, der vorgegebene Kostenrahmen wurde nicht überschritten. Aus den Lessons Learnt scheinen mir besonders die folgenden Punkte als nützlich:

  • „Projektmanagement mit erfahrenem Partner, falls E-Learning Neuland ist,
  • Komplexität der Inhalte nicht unterschätzen,
  • Starkes Marketing, besonders im Hinblick auf regional unterschiedliche Vorlieben und Vorbehalte gegenüber E-Learning.“

Dann kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen.

Weitere Fotos der Veranstaltung:

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