Kurzinterview mit Sylvia Rumler: E-Learning einfach und erfolgreich umsetzen

Sylvia RumlerSylvia Rumler ist Geschäftsführerin der Balog & Co. GmbH. Sie wird am 25. März bei der Roadshow-Veranstaltung in Ludwigshafen zeigen, wie E-Learning einfach und erfolgreich umgesetzt werden kann. Vorab haben wir der Expertin einige Fragen zur Einführung von E-Learning in einem mittelständischen Unternehmen gestellt:

1. Bitte geben Sie einem Bildungsverantwortlichen in einem KMU doch einmal drei gute Ratschläge, wie die Einführung von E-Learning in seinem Unternehmen gelingt.
Allen im Unternehmen klar machen, dass die Firma, sprich Vorgesetzten, E-Learning voll unterstützen und für gut befinden. Außerdem die Lernkultur der Firma ohne und mit E-Learning klar definieren, also wer darf, muss, wann welche Aus- oder Fortbildungsmaßnahme machen. Welche Belohnungen Sanktionen gibt es, welche Daten werden gespeichert, etc. Online Kurse nutzen, die Erfolgserlebnisse bringen, in einer Umgebung, die funktioniert.

2. Und was muss er machen, damit die Einführung auf jeden Fall schief geht?
Den Chef vor allen anderen zu einem E-Learner sagen lassen: „Na, Meier, spielen Sie mal wieder.“ Schlechte online Kurse in einer schlecht funktionierenden Umgebung anbieten. Ein teures leeres LMS kaufen und dann kein Geld mehr für Inhalte haben.

3. Wie soll er Ihrer Meinung nach seine Mitarbeiter überzeugen, dass E-Learning für das Lernen im Unternehmen sinnvoll ist?
Muss man das heute eigentlich noch? Es gibt inzwischen junge Mitarbeiter die fragen, warum noch mit alten Methoden im Frontalunterricht gearbeitet wird und warum es kein E-Learning Angebot gibt. Für die, die noch überzeugt werden müssen, erklären, dass man heutzutage oft nicht mehr jeden Mitarbeiter persönlich schulen kann (aus Zeit-und Kostengründen) und dass man daher zunehmend das eigenständige Erarbeiten eines neuen Inhalts verlangen muss. Dass der Mitarbeiter aber nicht bei Null anfangen muss, sondern zum Glück fertig aufbereitete Selbstlernmaterialien zurückgreifen kann, sodass der Mitarbeiter sich als proaktiv, selbstständig und diszipliniert empfehlen kann.

4. Wie würden Sie E-Learning Ihrem (einem) Chef erklären?
Wir können es uns nicht mehr leisten, jeden mit Frontalunterricht zu schulen. Dabei wird die Aus-und Weiterbildung mit E-Learning nicht unbedingt billiger, aber effizienter. Manchmal kann man gar nicht mehr ohne E-Learning auskommen. Wenn zum Beispiel besonders viele Menschen geschult werden müssen, oder besonders schnell, oder mit sich schnell ändernden Inhalten.
Für zunehmend viele junge Menschen gehört E-Learning zum State of the Art und es gilt als Minuspunkt kein E-Learning Angebot zu haben.

3 Kommentare

  1. Veröffentlicht am 30. März 2009 um 17:52 | Permanenter Link

    E-Learning ist noch häufig behaftet mit dem Vorurteil, es sei nur etwas für “Geeks” bzw. “Techniker”. Selbst in Unternehmen die direkt mit den neuen Medien zu tun haben fehlt häufig ein Kontrollmechanismus oder einfach das Verständnis für neue Techniken…
    Ich denke, die Erklärung auf den Frontaluntericht zu minimieren ist für viele Chefs nicht ausreichend, vor allem finden sie viele Erklärungen Pro Frontalunterricht.
    Der Erste Schritt, meiner Meinung nach, sollte die Sensibilisierung für die Neuen Medien sein, damit ihnen die Möglickeiten überhaubt bewusst werden.

  2. Veröffentlicht am 31. März 2009 um 19:00 | Permanenter Link

    Ich denke ein großes Problem ist auch die nötige Selbstdisziplin der Teilnehmer, da es häufig eben auch um einen Selbstlernprozess geht. Und das wird eben auch von der Chefetage mehr als kritisch gesehen, da am Anfang kein Nutzen erkennbar ist.

  3. Veröffentlicht am 3. April 2009 um 11:59 | Permanenter Link

    Der größte Nutzen von E-Learning liegt, aus meiner Sicht, in der Möglichkeit des bedarfsgerechteren Lernens. Beim “Frontalunterricht” muss der Lehrende sich an dem Wissensstand der ganzen Gruppe orientieren. Für einen Mitarbeiter, der über ein größeres Vorwissen als die restlichen Teilnehmer verfügt ist Frontalunterricht nicht effektiv. Denn er muss auf die anderen Teilnehmer “warten”.  In herkömmlichen Lernsettings kann dies nur per Einzelcoaching aufgefangen werden. Das ist effektiv, kann aber mit zunehmender Anzahl der zu schulenden Personen schnell sehr kostspielig werden. Das angeleitete Selbstlernen via E-Learning ist eine gute Alternative. Es ist günstiger als das Einzelcoaching und berücksichtigt das unterschiedliche Vorwissen der Teilnehmer.

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