Yves Peters leitet das KundenTrainingsCenter der Hager Tehalit Vertriebs GmbH & Co. KG. Kommende Woche wird er bei unserer Roadshow-Station in Saarbrücken vorstellen, wie bei Hager eine erfolgreiche Lernlösung gestaltet wurde. Vorab hat er uns beantwortet, worauf es bei der Einführung von E-Learning aus seiner Sicht ankommt.
Herr Peters, bitte geben Sie einem Bildungsverantwortlichen in einem KMU doch einmal drei gute Ratschläge, wie die Einführung von E-Learning in seinem Unternehmen gelingt.
Die Themenauswahl ist von entscheidender Bedeutung, weniger ist mehr. Wir haben uns anfangs ein Thema gesucht das wir nach dem internen Rollout auch mit kleinen Anpassungen für unsere Kunden einsetzen konnten und haben dadurch einen Zweifachnutzen erzielt. E-Learning sollte so praxisnah wie möglich produziert werden. Der Lerner muss sich wiederfinden. Keine “abgehobenen” Graphiken, Animationen und Beispiele. Das E-Learning sollte zusätzlich vertont sein. Das animiert die Lerner länger im System zu bleiben. Das Thema E-Learning sollte frühzeitig im Unternehmen bekannt gemacht und die Mitarbeiter dafür begeistert werden.
Und was muss er machen, damit die Einführung auf jeden Fall schief geht?
Dann sollte man mit einer Lernplattform starten, die über keine Inhalte verfügt. Oder erst losgelöste E-Learnings produzieren und nach einer ausreichenden Anzahl diese eventuell auf einer Plattform zusammenführen. Auch die falsche Themenauswahl kann zum Scheitern führen. Gleiches gilt, wenn man E-Learnings startet ohne dafür die notwendige Akzeptanz im Unternehmen zu haben. Auch sollte man nicht von Präsenztrainings zu 100% auf E-Learning umschwenken, sondern einen Blended-Learning Ansatz wählen.
Wie soll er Ihrer Meinung nach seine Mitarbeiter überzeugen, dass E-Learning für das Lernen im Unternehmen sinnvoll ist?
Er sollte begreiflich machen, dass gut ausgebildete Mitarbeiter ein wesentliches Kapital für ein Unternehmen darstellen. Dass die Mitarbeiter nun Ihre Lernzeit, Dauer und den Lernort selbst bestimmen können. E-Learning dient auch als “Nachschlagewerkzeug” für bestimmte Themengebiete, die nicht täglich im Focus stehen. Durch E-Learning gibt es auch keinen zeitlichen Verzug in dem Informationsfluss zum Mitarbeiter mehr. Alle Mitarbeiter kommen zeitgleich, parallel, zu dem Wissen. Bei Präsenztrainings geht es meist nur seriell.
Wie würden Sie E-Learning Ihrem Chef erklären?
Ich würde die Vorzüge herausstellen: E-Learning ist eine Methode zur Wissensvermittlung, die es ermöglicht die zu übertragenden Informationen zeitgleich und ortsunabhängig zu transportieren. E-Learning eignet sich besonders gut für langlebige Themen, da hier die Kosten-Nutzen-Relation am günstigsten ist. E-Learning kann für interne und externe Kunden, mit eventuellen Anpassungen, genutzt werden. E-Learning ist nach der Durcharbeitung weiterhin als Nachschlagewerkzeug zu gebrauchen. Allerdings ist es kein Allheilmittel und sollte durch Präsenztrainings ergänzt werden.


