Rostock war die zweite Station unserer E-Learning-Roadshow. Am 11. Dezember diskutierten wir in der IHK zu Rostock die Möglichkeiten des computergestützten Lernens. Die Veranstaltung haben wir gemeinsam mit dem ECCOM, dem Kompetenzzentrum aus dem Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr und LINK MV e.V. durchgeführt.
Die E-Learning-Akteure in der Region sind über die E-Learning Initiative MV gut vernetzt und haben, wie ich finde, eine Vielfalt an Ideen und Lösungen zu bieten. Einige davon möchte ich hier kurz vorstellen. Die Präsentationen können Sie direkt hier im Blog durchblättern.
Zu Beginn der Veranstaltung stand ein kurzer Überblick von mir über die Bandbreite von E-Learning-Anwendungen. Diese Übersicht wird Bestandteil jeder Roadshow-Veranstaltung sein, um den Teilnehmern, die noch wenig bis keine Erfahrung mit dem Thema haben, eine Informationsgrundlage zu verschaffen.
Der Vortrag von Dr. Sybille Hambach vom Fraunhofer Institut für Graphische Datenverarbeitung lieferte dann einige aufschlussreiche Hintergründe zum Thema Lernen bei der Arbeit. Dabei kann man drei Ebenen unterscheiden: das Lernen des Individuums, das Lernen des Teams und das Lernen der Organisation. Auf jeder Ebene sind die Lernprozesse unterschiedlich, als Individuum lernt man z.B. dadurch, dass man andere Arbeitsplätze besucht oder Rat bei Kollegen sucht. Für Unternehmen ist es wichtig entsprechend Zeit und Raum für das Lernen zu schaffen. Interessant fand ich den Hinweis (der Autor ist mir nicht mehr präsent), dass Teammitglieder im Umkreis von 30 Metern arbeiten sollten, um im Team effizient zusammenzuarbeiten (und zu lernen).
Einen Ausflug in die Praxis unternahm Dr. Dana Meißner vom Institut für Sicherheitstechnik/Schiffssicherheit e.V. Einerseits profitiert das Institut beim Einsatz von E-Learning von den verpflichtenden Schulungen seiner Zielgruppe (Schiffsoffiziere), muss andererseits aber mit den Tücken der Seefahrt kämpfen, wenn es an die Umsetzung geht. Internet auf hoher See ist kostspielig. Ein Blended Learning-Konzept mit einem Computerbased Training (CBT) als E-Learning-Bestandteil war hier die erfolgreiche Lösung.
Sven Harder von Copendia zeigte anhand von Beispielen wie man Web 2.0-Technologien auch in kleineren Unternehmen für das Wissensmanagement nutzen kann. Bei einer Firma aus dem Fahrzeugbau (24 Mitarbeiter) ging es darum wie das vorhandene Wissen für alle leicht und immer dann verfügbar ist, wenn es benötigt wird. Die Antwort: ein Wissensmarkt in Form eines Wiki! Dort sind Informationen wie z.B. Arbeitsabläufe oder Betriebsanweisungen hinterlegt und es gibt Tabellen zu aktuellen Verkäufen, so dass mit dem Wiki auch ein gutes Stück mehr Transparenz in das Unternehmen eingezogen ist.
Copendia bietet neben Lösungen für das Wissensmanagement eine Vielfalt von E-Learning-Inhalten an. Das Geschäftsmodell heißt Content Sharing und das ist mittlerweile erfolgreich, wie Geschäftsführerin Antje Heinitz darstellte.
Komplexe 3D Modellierungen und Animationen sind das Geschäft von Anova. Geschäftsführer Prof. Dr. Meißner zeigte eindrucksvoll die Potenziale solcher Simulationen auf, z.B. bei der Schulung zum gesunden Heben und Bücken am Arbeitsplatz. Wenn man einmal anschaulich die drastischen Folgen für die Bandscheiben beim falschen Heben vor Augen geführt bekommt, bleibt das für das zukünftige Arbeitsverhalten sicher nicht folgenlos. Solche Qualität hat ihren Preis. Mit ca. 16.000 EUR für eine solche Anwendung muss man etwa rechnen.
Für Jürgen Burg von der Firma Marinesoft mbH ist E-Learning ein Element eines umfassenden E-Services, den Anwender nachfragen. Für Marinesoft heißt das, einen integrierten Ansatz zu verfolgen und E-Learning als Job Orientiertes Lernen (JOT) anzubieten. Gerade kleinere Unternehmen, ohne eigene Personal- und Weiterbildungsabteilung sollten sich hier wiederfinden.
Wie das Lernen am Arbeitsplatz in der Praxis funktionieren kann, stellte zum Abschluss Martin Hagemann, Geschäftsführer bei LINK MV e.V. vor. Inhalte sollten gut strukturiert sein, müssen aber nicht unbedingt multimedial aufbereitet sein. Nach diesem Konzept ist ein Leitfaden zur Unterstützung von Innovation in KMU aufgebaut. Eine aktualisierte Version wird im Februar nächsten Jahres verfügbar sein.
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