Zurückhaltung gegenüber Web 2.0-Anwendungen

Das Netzwerk Elektronischer Geschäftsverkehr, mit dem wir gemeinsam unsere bundesweite Roadshow durchführen, hat erste Ergebnisse seiner Umfrage “Elektronischer Geschäftsverkehr in Mittelstand und Handwerk” veröffentlicht. Email und Informationsbeschaffung sind nach wie vor die meistgenutzten Funktionen des Internets in kleinen und mittleren Unternehmen. Beruhigend fand ich, dass der Internetzugang per Modem mittlerweile die absolute Ausnahme darstellt.

Der Trend geht in Richtung komplexerer Anwendungen, wie Online-Beschaffung oder E-Logistik. Auch E-Learning könnte zukünftig eine wichtigere Rolle bei der Internetnutzung spielen.

Derzeit stehen „Lernprogramme mit Online-Elementen“ noch auf dem vorletzten Platz bei der Nutzung. Nach Einschätzung der befragten Unternehmen wird diese aber in den nächsten zwei Jahren einen deutlichen Zuwachs erleben.

Für E-Learning-Anbieter interessant sein dürfte, wo der Mittelstand die größten Informationsbedarfe sieht. Ganz vorne dabei die Themen:

  • Netz- und Informationssicherheit,
  • Online-Recht.

Auf Platz vier rangiert Wissensmanagement.

Zurückhaltend geht der Mittelstand mit Web 2.0 Anwendungen um. Zwar gab nur ein kleiner Teil der Unternehmen (13,5 %) an, solche Dienste bzw. Anwendungen nicht zu kennen. Die meisten fürchten aber rechtliche Risiken und die Gefahr eines externen Missbrauchs.

Ausführlich nachlesen kann man die Ergebnisse in der Zusammenfassung des E-Commerce-Center Handel.

3 Kommentare

  1. Veröffentlicht am 21. November 2008 um 18:37 | Permanenter Link

    Ich befürchte, dass Studien dieser Art oft nur ein Spiegelbild der von den Medien verbreiteten Ansichten sind. Hier wird viel über Risiken und Gefahren im Web 2.0 geschrieben. Kein Wunder, dass diese Option dann oft in Fragebogen angekreuzt wird. Auch bei der Einführung der Eisenbahn wurde vor den Gefahren hoher Geschwindigkeiten von mehr als 30 km/h gewarnt. Bekanntermaßen haben wir gelernt, die Eisenbahn zu einem sicheren und gern genutzten Transport- und damit Kommunikationsmittel zu machen. Dies wird für das Mitmach-Web ebenso Realität werden.
    Viel spannender ist aus meiner Sicht, die Ideen des Web 2.0 in konkrete Unternehmenslösungen auch für Mittelständler umzusetzen. Gerade Wikis, Weblogs und (neu) Microblogs sind hier praktikabel und kostengünstig und bei erhöhtem Sicherheitsbedarf auch hinter der Firewall einsetzbar.
    Auf die anglizisitischen Begriffe kommt es dabei wohl weniger an.

  2. Veröffentlicht am 25. November 2008 um 17:06 | Permanenter Link

    Sehr gut finde ich, dass inzwischen nahezu 100% der kleinen und mittleren Unternehmen auch mit D-Zug Geschwindigkeit im Internet angekommen sind, obwohl deren Skepsis zum Internet vor einigen Jahren noch vergleichbar war, wie heute zum Web 2.0. So können wir darauf hoffen, dass die KMUs auch noch einen Gang hochschalten werden. :-)

    Am Anfang jeder Technologieinnovation hat man Angst, etwas falsch zu machen oder nicht zu wissen, daher wird die Gefahr von Missbrauch und rechtlichen Risiken immer als erstes genannt.

    Die Gefahr, im Web 2.0 zum Gespräch von anderen zu werden, ohne selbst Einfluss darauf genommen zu haben, ist den meisten aber noch nicht bewusst. Dabei kann man sehr viel an Reputation verlieren oder auch gewinnen. Nämlich dann, wenn man die Tools bewusst dazu einsetzt und konkrete Lösungen damit schafft (siehe Kommentar von Dirk Röhrborn).

    Unternehmen sollten selbst mal prüfen, ob sie und ihre Produkte nicht  schon längst in der Web 2.0 Welt ohne ihr Wissen diskutiert werden.

  3. Veröffentlicht am 1. April 2009 um 23:41 | Permanenter Link

    Ich denke auch, dass alles in Richtung der komplexen eLogistik – Anwendungen geht. Aber eLearning Anwendungen halte ich persönlich für noch wichtiger in der Zukunft.

Ein Trackback

  1. [...] Axel Wolpert: Zurückhaltung gegenüber Web 2.0-Anwendungen, LERNET Blog, 21. November 2008 Für E-Learning-Anbieter interessant sein dürfte, wo der Mittelstand die größten Informationsbedarfe sieht. Ganz vorne dabei die Themen: Netz- und Informationssicherheit, Online-Recht. Auf Platz vier rangiert Wissensmanagement. Zurückhaltend geht der Mittelstand mit Web 2.0 Anwendungen um. Zwar gab nur ein kleiner Teil der Unternehmen (13,5 %) an, solche Dienste bzw. Anwendungen nicht zu kennen. Die meisten fürchten aber rechtliche Risiken und die Gefahr eines externen Missbrauchs. (tags: Surveys Books) [...]

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