Wann E-Learning einsetzen

Die Frage, ob und wann der Einsatz von E-Learning vorteilhaft ist, wurde von Medienvertretern in den letzten Wochen mehrfach an den D-ELAN gestellt. Im folgenden möchte ich einige Aspekte anführen, die für einen Einsatz von E-Learning sprechen. In großen Unternehmen und Konzernen ist E-Learning mittlerweile durchgängig verbreitet. Aber lohnt es sich auch für kleinere und mittlere Unternehmen, computergestützte Lernformen einzusetzen?

Generell ist das Thema für die Unternehmen sinnvoll, deren Wertschöpfung sich zum überwiegenden Teil aus dem Fachwissen und den Kompetenzen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter speist und die daher einen hohen Weiterbildungsbedarf haben. Das müsste für die Mehrzahl der in Deutschland ansässigen Unternehmen gelten. Dennoch ist der Einsatz von E-Learning (noch) stark abhängig von der Unternehmensgröße. Dabei gibt es kaum ein Thema mehr, das durch E-Learning nicht vermittelt werden könnte.

Auch so genannte weiche Themen wie Teamfähigkeit können technologiegestützt vermittelt werden, wie z.B. interaktive Simulationen zeigen. An erster Stelle stehen aber noch die IT-Themen, vor allem Software-Schulungen. Feststellen lässt sich, dass der Einsatz von E-Learning dann vorteilhaft ist, wenn

  • kurzfristig und schnell große Teilnehmerkreise geschult bzw. informiert werden müssen,
  • sie mit neuen Arbeitsinhalten konfrontiert sind,
  • Veränderungs-, Umstrukturierungs- und Anpassungsprozesse stattfinden,
  • abzusehen ist, dass regelmäßige Wiederholungs- oder Auffrischungs-Schulungen anstehen, z.B. bei gesetzlich vorgeschriebener Weiterbildung,
  • die Teilnehmer an verschiedenen, weit entfernten Standorten ansässig sind,
  • es sich bei den Teilnehmern überwiegend um Teilzeitkräfte und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Elternzeit handelt,
  • es um die Vermittlung von komplexen Inhalten geht, z.B. Einsatz von E-Learning zur Simulationen von technischen Abläufen.

Ob, wann und in welcher Form E-Learning zur Anwendung kommen kann, hängt letztlich von verschiedenen Voraussetzungen ab. Dazu gehören neben den geschilderten Punkten vor allem nachweisbare Kostenvorteile. Sie sind oft das entscheidende Motiv für die Nutzung. Hier zeigt sich ein Trend hin zu einer Modularisierung und Mehrfachverwertung von Inhalten (Content Sharing). Auch werden Lerninhalte in den Unternehmen zunehmend selbst erstellt. Open Source Anwendungen und moderne Autoren-Tools machen es möglich (Stichwort Rapid-E-Learning). Diese Entwicklung dürfte gerade kleineren und mittleren Unternehmen entgegen kommen. Für sie kann E-Learning so zu einer ernstzunehmenden Alternative innerhalb ihrer betrieblichen Qualifizierung werden.

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