Die Mehrfachnutzung von Lerninhalten spart Kosten ein!

Interview mit Antje Heinitz, Geschäftsführerin von Virtus und Copendia GmbH & Co KG in Rostock:

Frau Heinitz, Sie waren mit Virtus am ehemaligen LERNET-Projekt „Content-Sharing“ beteiligt. Daraus haben Sie den Content-Sharing-Marktplatz Copendia als eigenständiges Geschäftsmodell entwickelt. Welche (technischen) Voraussetzungen sind notwendig, um Inhalte von Copendia für die eigene (betriebliche) Weiterbildung zu nutzen?

Am einfachsten kann die Nutzung von Inhalten über ein eigenes Learning-Management-System (LMS) erfolgen. Besitzt ein Anwender kein LMS und will sich auch keines anschaffen, gibt es die Möglichkeit, dies über einen externen Dienstleister (Provider) zu nutzen. Dann ist natürlich ein PC für den Lerner erforderlich, auf dem er die Lerninhalte abspielen kann. Für dynamische Inhalte ist ein Audio- u. Flash Player notwendig, das gehört aber heute zur Standard Ausstattung eines PCs. Ebenfalls muss ein Zugang zum Internet bzw. Intranet vorliegen. Ich würde bei der Einführung von E-Learning generell empfehlen sich vorab Gedanken zu machen, wie diese Lernform konzeptionell in Arbeitsprozesse und Weiterbildung eingebunden werden kann.

Wo liegen gerade für kleinere Unternehmen Vorteile einer solchen Nutzung?

Die Produktionskosten für Content sind allgemein sehr hoch, viele Unternehmen können sich das nicht leisten. Durch die Mehrfachnutzung von Lerninhalten über Copendia können Kosten eingespart werden. Ein weiterer Vorteil ist die Erleichterung bei der Suche nach Content, die oft sehr mühsam ist. Bei uns findet man im Katalog eine Vielzahl an Angeboten (ca. 1000) von der Animation bis hin zu kompletten Kursen. Der Content ist qualitätsgeprüft und in unterschiedlichen Lizenzen (6 Stück) erhältlich, die sich teilweise an Buchpreisen orientieren, z.B. kostet ein Einzelplatz Word 2007 ca. 20 €. Viele Unternehmen nutzen unseren Marktplatz auch dazu, ihr bereits bestehendes Angebot an E-Learning zu erweitern.

Eignen sich die Angebote von Copendia auch für Unternehmen, die bislang noch keine Erfahrungen mit E-Learning gemacht haben?

Auf jeden Fall, da erst einmal keine großen Investitionen notwendig sind. Ich würde aber wie schon angesprochen empfehlen, ein Konzept zu erstellen, wie man E-L einsetzen möchte, also für welche Mitarbeiter, welche Inhalte benötigt werden. Für die technologische Umsetzung kann man auf Open Source-Produkte wie ILIAS oder Moodle zurückgreifen. Die sind kostenlos erhältlich, es fallen nur Providerkosten und eventuell Kosten für Beratungsleistungen bei der Einführung an. Dann kauft man noch den Content auf Copendia und kann loslegen.

Welche Entwicklungen oder Erweiterungen sind in nächster Zukunft geplant?

Momentan planen wir, verstärkt Open Content anzubieten. Für Copendia gilt, dass wir unsere Nutzer dabei einbeziehen. Die Zeit und die Wünsche unserer Kunden werden uns zeigen, wie es weitergeht.

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